Chronik

Dienstag, 05 August 2014 02:00

TSV Chronik 

100 Jahre Turn- und Sportverein Ebermannstadt e.V.

Festschrift zum 100-jährigen Gründungsjubiläum
hg. vom Vorstand des TSV Ebermannstadt e.V.
Ebermannstadt 2010

Vorwort

100 Jahre Vereinsgeschichte auf knappem Raum darzustellen und sie dazu noch mit Dokumenten und Fotos zu illustrieren, ist ein schwieriges Unterfan-gen. Unser Anliegen war es, keine der 14 Abteilungen des Gesamtvereins zu übergehen und auf der anderen Seite die Entwicklung unseres Sportvereins geschichtlich ausgewogen aufzuzeigen. Wir haben deswegen darauf verzich-tet, Bekanntes aus den Festschriften zum 60- und 75-jährigen zu übernehmen, und stattdessen versucht, die Lücken zu füllen, die im Rückblick auf die zurückliegenden 100 Jahre zu erkennen waren. Dabei ist eine Chronik entstanden, die über den Sport hinaus auch ab und zu einen Blick auf gesellschaftliche Zusammenhänge wirft. Turnen und Sport waren nicht immer ein und dasselbe. Deutlich zeigt sich das, als der Fußball in den zwanziger Jahren langsam auch in Ebermannstadt Einzug hält. 

Unser Dank geht an alle, die das Zustandekommen der Festschrift ermöglicht haben: den Autoren der Abteilungsberichte, Christian Rösch und Günter Zweckbronner für die Überlassung von Fotos, der Druckerei Waltenberger für die Einsichtnahme in den Wiesent-Boten und Georg Knörlein für die Hilfestel-lung in der Bibliothek des Fränkischen Schweiz-Vereins

Übersicht über die Gliederung der Festschrift:
o Grußworte
o Termine des TSV im Jubiläumsjahr 2010
o Die Vorstandschaft 2010 und im Überblick seit 1910
o Die Entwicklung des Turnvereins Ebermannstadt-Breitenbach zum Turn- und Sportverein
o Turnen oder Sport und Spiele
o Berichte der Abteilungen: Fußball, Turnen, Tennis, Leichtath-letik. Basketball, Tischtennis, Volleyball, Kegeln, Faustball, Schach, Judo

April 2010.                                                                Dr. Manfred Franze

(PDF-Dateien zum Download siehe unten)

 

 

TSV Rückblick

Im Jahre 1910 
war es, als sich in Ebermannstadt einige junge Menschen zusammen fanden, die im Geiste Friedrich Ludwig Jahns an alle Männer und Burschen einen Aufruf erließen, „durch gemeinschaftliche Übungen Körper und Geist zu kräftigen sowie den sittlichen Gesellschafts- und Gemeinsinn zu fördern“. Der damalige Bürgermeister Mayer empfing die Interessenten aus Ebermannstadt und Breitenbach im Saale „Resenfranz“, dem heutigen Gasthof „Resengörg“, und regte die Gründung eines Turnvereins an. Mit überzeugenden Worten löste er bei seinen Zuhörern Begeisterung aus. Man bildete sofort einen provisorischen Vorstand mit Ludwig Tuffentsamer, Georg Rascher, Fritz Mayer und Johann Martin, der die nicht ge- rade leichte Aufgabe hatte, bis zur ersten Hauptversammlung sämtliche Vorar- beiten zu leisten und die Statuten zu durchdenken. Die Gründung des neuen Vereins war vollzogen. Der „Wiesent-Bote“ berichtete seinerzeit in der Samstagausgabe vom 20. August 1910 darüber. Bereits am 28. August fand in Ebermannstadt die erste öffentliche Veranstaltung statt. Turner aus Forchheim gewährten dem Publikum einen Einblick in einen regelmäßigen Turnbetrieb und regten zur Nacheiferung an. Mit gekonnten Frei- übungen, imponierendem Barren- und Reckturnen sowie guten Leistungen im Hoch- und Stabhochsprung hinterließen die Gäste einen nachhaltigen Eindruck. Wenige Tage später, genau am 3. September, wurde die erste ordentliche Gene- ralversammlung abgehalten, in der Friedrich Münzinger (Vorstand), Ludwig Tuffentsamer (1. Turnwart), Johann Martin (2. Turnwart), Georg Rascher (Schriftführer), Oskar Scheuring (Kassier) und Konrad Rittmeyer (Zeugwart) an die Spitze des Vereins gewählt wurden, während Fritz Mayer, Jakob Batz und Andreas Weyermann als Ausschußmitglieder fungierten. Alsbald begann der Turnbetrieb; die notwendigen Geräte hatte man gleich nach der Generalversammlung angeschafft. Turnverein Ebermannstadt-Breitenbach stand den damaligen Verhältnissen entsprechend in voller Blüte, als der erste Weltkrieg dem so erfolgreichen Anfang ein jähes Ende setzte.

Eintragung ins Vereinsregister 
Die ersten Schritte zur Wiederaufnahme des Turnbetriebes unternahm man im Jahre 1920. Am 2. Februar wählten die Mitglieder in der ersten Generalver- sammlung nach dem Kriege folgende Vereinsführung Hans Grassinger (Vor- stand), Baptist Lachmayer (1. Turnwart), Ehrhard Freiberger (2. Turnwart), Josef Burkardt (Schriftführer), Andreas Göppener (Kassier) und Franz Götz (Zeugwart). Den Ausschuß bildeten Ludwig Rascher, Josef Schnös, Konrad Rittmeyer und Georg Kügel. — Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte am 9. April 1920. Inzwischen hatte sich in Ebermannstadt auch das Fußballspiel durchgesetzt. Es bildete sich ein Sportverein, der sich dem Turnverein anschloß und dessen Tra- dition übernahm. Daraus entstand der Turn- und Sportverein Ebermannstadt. Von 1927 an gab es im Verein ein Auf und Ab, während mit dem Regierungswechsel 1933 eine ausgesprochene Flaute einsetzte. 1939 war es dann ganz aus: wiederum erschütterte ein Krieg die Welt.

Neuaufbau durch Idealisten 
Gleich nach dem zweiten Weltkrieg, 1945, faßten einige Sportidealisten — unter ihnen Henigst, Mizam, Schmidhuber, Hans Hübschmann, Ewald und Fritz Mayer die Wiederzulassung des Vereins ins Auge. Dem unterdessen verstorbenen Ehren- vorsitzenden Hans Theiler gelang es, diese ein Jahr später beim damaligen amerikanischen Ortskommandanten Major Keglowitsch zu erreichen (die Neueintragung erfolgte allerdings erst 1951. Ein neuer Abschnitt in der Vereinsgeschichte konnte beginnen! Mit einer großen Sportveranstaltung feierte der TSV noch im gleichen Jahre sein 36. Stiftungsfest. Nach der langen Pause war man auf den Sport wieder heißhungrig geworden. Und so ließen Gymnastik, Damen-Handball, Faustball und Fußball diese Veranstaltung zu einem wahren Volksfest werden. Natürlich stand das Fußballturnier im Vordergrund. Sieger wurde der ASV Hollfeld vor TSV Ebermannstadt, SV Bavaria Waischenfeld und SV Gößweinstein. Abschließend trafen sich Sportlerinnen und Sportler in der Polizeischule zum Tanz.

Pflege der Breitenarbeit 
In der Folgezeit pflegte der TSV die Breitenarbeit. In ihrem Sinne verlief auch zum 40ährigen Bestehen das Sportfest, bei dem Josef Klaus, Anton Schmidhuber und Franz Roscher Regie führten. Die Siegerehrung nahm Landrat Eberhard vor. Beim Festkommers im Vereinslokal „Zum goldenen Stern“ überreichte der damalige Bezirksspielleiter Hanns Simon (Erlangen) unter dem Beifall des Publikums dem Verein das Ehrendiplom des Bayerischen Landessportverbandes.

Auf- und Abstieg der Fußballer 
Anfang der 50er Jahre waren die Fußballer wieder allein. Nach mehreren Anläufen gelang ihnen 1955 endlich der Aufstieg in die B-Klasse. Die „Höhenluft“ bekam den Ebermannstadtern jedoch nicht: schon nach einem Jahr erfolgte wieder der Abstieg. Es dauerte dann mehr als zehn Jahre, bis die Mannschaft wieder einen Platz an der Sonne erringen konnte. Unter Achim Döring erfolgte 1955 die Wiedergründung einer Jugendabteilung, die später von Anton Schmidhuber übernommen und zu großen Erfolgen geführt wurde.

Ehrungen zum 50jährigen Bestehen 
Ein weiterer Markstein in der Vereinsgeschichte war das 50. Stiftungsfest am 13./14. August 1960. Konrad Rittmeyer, Georg Freiberger, Adam Heinlein, Karl Ott, Georg Ott, Fritz Häussermänn, Hans Martin und Anton Schmidt wurden mit der goldenen, Hans Bürger, Hans Blank, Anton Fili, Georg Hofmann, Paul Lachmayer, Karl Klötzer, Andreas Müller, Georg Bayerlein, Baptist Hölzlein, Hans Stöcklein, Lorenz Mizam, Dr. Hans Kreller, Eduard Müller, Franz Josef Kaiser, Fritz Mayer, Paul Wilhelm und Rudolf Eberhard mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Beim Festzug, mit Staatsminister Eberhard, war halb Ebermannstadt auf den Beinen. Das obligatorische Fußball-Turnier endete mit einem Sieg der Kirchehrenbacher vor Ebermannstadt, Heiligenstadt und Muggendorf. Die Siegerehrung wurde von Landrat Kaiser vorgenommen.

Ruf nach Sporthalle und neuem Platz 
1961 gab es einen Führungswechsel in der Vorstandschaft: Günter Böhm löste Paul Wilhelm, der acht Jahre als 1. Vorsitzender tältig war und nun jüngeren Kräften Platz machen wollte, ab. Jedoch legte Paul Wilhem die Hände nicht in den Schoß ; als 2. Vorstand unterstützte er seinen Nachfolger wann immer es geboten war.Immer lauter wurde der Ruf nach einer Sporthalle und einem neuen Sportplatz. Während andere Vereine schöne Anlagen und nette Sportheime besaßen, ließen die Verhältnisse in Ebermannstadt viel zu wünschen übrig. Zu groß waren aber auch die Schwierigkeiten, als daß man in naheliegender Zeit mit einer Besserung hätte rechnen können.

Schüler und Jugend trumpften auf 
Für eine Schülermannschaft gaben 1961 Hans Porzelt und Hans Bürger den Anstoß. Das war ein Volltreffer; denn der jüngste Nachwuchs gewann gleich im ersten Jahr den Landrat-Kaiser-Pokal, den er zweimal hintereinander verteidigte und somit endgültig in seinen Besitz brachte. Dagegen gab es in diesem Zeit- raum von der ersten Mannschaft nichts Nennenswertes zu berichten. 1965 sah man dann Otto Kaiser an der Spitze des Vereins. Auch er, der den Sportplatzbau forcieren wollte, mußte erkennen, daß die Widerstände, die immer größere Formen angenommen hatten, nicht mit einem Federstrich beseitigt werden konnten. Auf dem sportlichen Sektor errang die Jugendmannschaft unter Anton Schmidhuber mit 99 : 23 Toren in ihrer Gruppe die Meisterschaft. Auch bei den Senioren schien es aufwärts zu gehen. Sie führten zeitweilig die Tabelle an, fielen dann aber wieder in die Mittelmäßigkeit zurück. Am Jahresende wurden die verdienten Mitglieder Jugendleiter Anton Schmidhuber, Schriftführer Siegfried Waltenberger, Kassier Walter Friedrich, Trainer Franz Schmalz, Spielleiter Heinrich Röhrer und Spieler Hans Röhrer mit der silbernen Vereinsnadel ausgezeichnet. Ehrenurkunden erhielten Hans Müller, Herbert Grüttner, Hans Röhrer und Waldemar Bauch für je 400 Spiele.

Spielbetrieb mit acht Mannschaften
In den beiden nächsten Jahren häuften sich die Erfolge der Jugend und Schüler. Es häuften sich aber auch die Sorgen um den Sportplatz ; denn inzwischen verfügteder Verein über acht Mannschaften (2 Schüler-, 2 Jugend-, 3 Seniorenteams und 1 AH-Elf). Der Ausbau des jetzigen Geländes konnte trotz aller Bemühungen nur eine übergangslösung sein. Den Spielern fehlten Umkleidekabinen und ausreichende Waschgelegenheiten, die nur ein Vereinsheim bieten könnte. Daß später dann Baptist Dotterweich, der Inhaber des Vereinslokals, in seinem Privatgrundstück einen kleinen Duschraum errichten ließ und der Stadtrat einen Betrag bewilligte, um den Platz zu renovieren, war nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Stadt will große Sportanlage bauen
Ein neuer Lichtblick dann 1968. Nach langem Bemühen erwarb die Stadt ein großes Gelände zum Bau einer modernen Sportanlage, die auch dem TSV zugute kommt. Intensive Verhandlungen mit Behörden und Verbänden verliefen erfolg- reich, so daß der Verein die berechtigte Hoffnung hat, in einigen Jahren auf einem der schönsten Plätze in der gesamten Umgebung spielen zu können.
Auf Initiative des TSV Ebermannstadt fanden mit der Sportgemeinschaft Eber- mannstadtlBurg Feuerstein Fusionsgespräche statt. Man kam auf keinen gemeinsamen Nenner, doch sind die „Akten“ über diesen Fall noch nicht endgültig geschlossen.

1969 — das Jahr der größten Erfolge
Und dann erlebte der Verein das Jahr seiner bisher größten Erfolge. Die Meisterschaftsfeier im Saale des Gasthauses „Zur Sonne“ wird so schnell niemand vergessen. Mit den Schülern, der 1. und 2. Jugend sowie der 1. Senioren-Elf errangen in der Spielzeit 1968/1969 gleich vier Mannschaften in ihren Gruppen den Meistertitel. Die mühevolle Nachwuchspflege hatte ihre Früchte getragen! Besonders gefeiert wurde natürlich der Erfolg der 1. Mannschaft, die nach jahrelangen vergeblichen Anläufen endlich wieder den Aufstieg in die B-Klasse schaffte.
Es war eine glanzvolle Feier mit viel Prominenz aus dem Sport- und Kommunal- leben. Die Gratulationen schienen kein Ende zu nehmen. Hans Bürger, Paul Wilheim, Fritz Häussermann und Hans Martin wurden mit der goldenen Ehrennadel des Bayerischen Landessportverbandes ausgezeichnet. Die silberne Ehren- nadel für mehr als 25jährige aktive Mitarbeit erhielten Vorstand Anton Schmidhuber und Reinhold Wuttke. Für Vorstand Schmidhuber gab es noch eine besondere Ehrung: In Würdigung seiner Arbeit um die sportliche Ausbildung der Jugend im TSV Ebermannstadt erhielt er vom Bayerischen Landessportverband das silberne Jugend-Verbandsehrenzeichen. Zu Ehrenmitgliedern wurden Hans Bürger, Paul Wilhelm und Reinhold Wuttke ernannt.

 

Jubiläumsgeschenk: Erhalt der B-Klasse
Zum 60. Stiftungsfest legten die Fußballer der 1. Mannschaft dem Verein ein besonderes Geschenk auf den Tisch: In einem großartigen Endspurt behaupteten sie sich in der spielstarken Nord-Gruppe der B-Klasse Erlangen/Forchheim und erreichten damit das Ziel, das sie sich zu Beginn der Meisterschaftsrunde 1969/1970 gesetzt hatten.

 

Die Vorstandschaft 1970

(Bild momentan nicht verfügbar) 

 

Hintere Reihe v. li. n. re. : Porzelt (Ausschuß), Zeitler (Kassier), Röhrer Heh. (Spielleiter), Krause (Schriftführer). 
Vordere Reihe v. 1. n. r. : Schmitt L. (2. Vorstand), Schmidhuber (1. Vorstand), Sturm (Ausschuß und Trainer), Schmalz (Ausschuß).

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